Der neue Name lautet vorläufig: 6. Integrierte Sekundarschule in der Blumenstraße
Einen Flyer zur neuen Schule gibt es hier.
Geschichte der Wilhelm-Leuschner-Oberschule
Die Wilhelm-Leuschner-Schule ist nach dem Widerstandskämpfer, Gewerkschafter und Sozialdemokraten Wilhelm Leuschner benannt, der am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.
Wilhelm Leuschner, 1888 in Bayreuth geboren, trat als 17-jähriger in die Gewerkschaft und die SPD ein. 1924 wurde er Mitglied des hessischen Landtages 1929 hessischer Innenminister, 1932 stellvertretender Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB).
In der Gewerkschaftsarbeit galt sein Hauptaugenmerk der Schaffung besserer Bildungsmöglichkeiten für die Arbeiter und Jugend. Gegen den Terror der Nazidiktatur hielt er das Ideal der Demokratie aufrecht und arbeitete für die Zusammenführung aller Kräfte, die bereit waren gegen die Gewalt der Diktatur aufzustehen. Er stand in Verbindung mit führenden Gewerkschaftern und Sozialdemokraten, mit Konservativen und Kirchenleuten, die den Sturz des Hitlerregimes planten. Nach dem 20. Juli 1944 wurde er verhaftet, gefoltert und im September 1944 hingerichtet.
Sein Aufruf kurz vor seiner Ermordung „Erzieht die Jugend zu Menschen", ist uns Mahnung und Vermächtnis zugleich.
1955 wurde die Schule als 1. Oberschule Praktischen Zweiges (1. OPZ) in der Blumenstraße 13, Berlin-Spandau eingeweiht. Damals gingen mehr als 30% eines Schülerjahrganges in die OPZ - später Hauptschule - über, mit der Folge, dass über 800 Schülerinnen und Schüler in drei Schuljahrgängen (7. - 9. Klasse) die Schule besuchten.
Mit der Einführung des integrierten Schulsystems (Gesamtschule) in Berlin verschärfte sich der Ausleseprozess dramatisch. Nur noch 5% - 10% eines Schülerjahrgangs ging von der Grundschule auf die Hauptschule über, eine Schülerpopulation, die von Misserfolg und Stigmatisierung geprägt war.
Als Antwort auf diese Entwicklung wurde ein neues Konzept für die Hauptschule unter der Senatorin Frau Dr. Laurien und dem Oberschulrat Herrn E. Klein erarbeitet. Das Ergebnis war der „Neue Ansatz" für die Hauptschule mit zwei wesentlichen Kernpunkten:
· Frequenzsenkung auf 18 Schülerinnen und Schüler in den 7. und 8. Klassen und
· konstante Lerngruppen mit festen Bezugspersonen und Ansprechpartnern.
Das Profil der Wilhelm-Leuschner-Schule hat sich mit dem „Neuen Ansatz" entwickelt. Vieles davon hat heute noch Bestand, Neues ist hinzugekommen.